Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe:
Illingen-Schützingen

Albtalwanderung Teil 3

Albtalwanderung Teil 3

 Albtalwanderung Teil 3

Albtalwanderung Teil 3

 

 

 Albtalwanderung am 26. August 2012

"Von Frauenalb nach Fischweier".

Vereins und Seniorengruppe "-40+ und -50+" (Urlaubswanderung)

Wanderführer: Frieder Queitsch

Bericht von Frieder:

 

Hallo Liebe Wanderfreunde!

Schönen Dank, dass Ihr Euch für unsere Home-page interessiert, auch wenn Ihr nur aus Versehen darauf gestoßen seid.

Also los geht´s.

Ein ziemlich unwirtlicher Tag erwartete mich, als ich am 26. August 2012 morgens in aller Frühe aus dem Fenster schaute. Das kann ja lustig werden, dachte ich so bei mir. Der blies aus westlicher Richtung und schüttelte die Bäume in unserem Garten. Die Wolken flogen nur so dahin, doch vom Regen war nichts zu sehen. Schnell packte ich noch Anoraks in den schon fast vollen Rucksack, während meine Frau das Frühstück richtete.    

Nach dem Frühstück begann unsere 1. Wanderstrecke, nämlich 800 m bis zum Bahnhof Bruchsal. Dort wartete schon die Straba nach Bretten auf uns, denn wir erwarteten die Wandergruppe aus Illingen dort, um gemeinsam mit der Eil - Straba nach Karlsruhe zu fahren.  

Auf dem Bahnsteig in Bretten erwartete uns die erste Überraschung. Eine Durchsage machte uns klar, dass ein Stellwerkfehler den RE aus Illingen kommend mit ca. 5 - 10 Minuten verspäten lässt. Na prima, dachte ich. Das gibt mir wieder die Möglichkeit etwas Besonderes in den Wanderbericht  einbringen zu können. Was ich somit auch getan habe.

Glücklicher Weise haben ein paar Jugendliche die Türen der Straba geblockt, sodass wir nach Ankunft  des RE´s noch in die Straba nach Karlsruhe einsteigen konnten. Jetzt war nur noch die Frage, ob wir in Karlsruhe die Anschluss - Straba nach Frauenalb erreichen würden. Nochmals war uns das Glück hold, denn diese hatte wie unser Zug Verspätung. Froh und glücklich ging unsere Reise weiter ins Albtal nach Frauenalb. Im Albtal schlug dann das Wetter um und es regnete in Strömen. Die Regentropfen an den Scheiben rannen um die Wette an uns vorbei. Mein Herz schlug bis zum Hals, denn ich hatte eigentlich bei meinem Abendgebet Petrus um gutes Wetter gebeten. Er hatte dann auch ein Einsehen. Der Regen hörte fast schlagartig auf, nachdem wir auf dem Bahnhof in Frauenalb standen. Die Sonne schien und wir konnten die beiden Türme der Klosterruine sehen, die unser erstes Ziel waren.

 

                     Alte Mühle mit Wehr                                 Herrenhaus mit Garten                    Blick zur Klosterruine

Wir stiegen hinauf bis zur parkähnlichen Anlage und versammelten und auf den Stufen zum Nebeneingang in das mächtige Kirchenschiff der Klosteranlage. Dort schossen wir das Erinnerungsbild für unser Wanderbuch. Überall an den Wänden konnte man Fragmente sehen, die als Zwischenwände, Decken, Stützbögen, Arkaden und Dachabsätze zu erkennen waren. In diesen Mauern war einmal auch eine Brauerei beheimatet. Zwei Mal brannte das Kloster ab und wurde danach nicht mehr aufgebaut. Teilweise wurde sie aber restauriert und verfestigt. Heute gehört Sie dem Land Baden Württemberg, dem Reverat Schlösser und Gärten, das auch Führungen und Musiktage anbietet. Wir durchschritten die Anlage, um wieder auf unseren Wanderweg zu kommen.

 
                          Gruppenbild am Seiteneingang                                                 Haupteingang mit Wanderweg                                               

Über den Haupteingang ging´s zurück zum Wanderweg, der ziemlich steil nach oben führte. Dann bog er nach rechts ab und folgte dem Hang. Tief unten rechts vom Wanderweg sah man die Alb, die sich den Weg mäandernd durch das Albtal sucht. Wieder bog unser Wanderweg rechts ab und wir begannen mit dem Abstieg ins Albtal. Übrigens der Weg ist auch nach dem Grafen Rehna benannt.

Ein dichter Wald empfing uns, der über uns  ein schützendes Blätterdach bildete. Große schlanke und gerade aufwachsene Fichten säumten unseren Weg. Moosbewachsene Sandsteinbrocken deuteten darauf hin, dass hier einmal ein Felsabgang stattgefunden haben muss.

 
     Schlanke Fichten u. Tannen              Das Albtal in schönen Fasetten                       Klares Wässerle   

Nach einiger Zeit trafen wir auf einen Brunnen, aus dem glasklares und kaltes Wasser heraussprudelte. Natürlich musste ein jeder mal seine Hände drunter halten, um das weiche Wasser zu fühlen und sich selbst ein wenig abzukühlen. Manche hatten sich scheinbar zu Hause nicht gewaschen, denn die Vermutung lag nahe, da sie sich auch noch das Gesicht mit dem Wasserstrahl abduschten  .            

Und weiter führte uns der Weg durch´s Albtal in Richtung Marxzell. Es gab viel zu sehen und viel zu reden. Laubwald wechselte sich mit Misch- und Laubwald ab. Sogar die seltene knorrige Hainbuche stand am Wegesrand.

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Anmerkung vom Frieder:

 Es gibt ein schwäbisches Wort das heißt:

 Das ist aber hanebüchig!

 Hanebüchig wird von der Hainbuche abgeleitet.

 Übersetzt soll es etwas ungehobeltes, störrisches, knorriges, eben hanebüchiges darstellen.

 Die Hainbuche, kann man als Holz kaum bearbeiten, weil das Holz unheimlich hart und in sich völlig knorrig verdreht gewachsen ist.

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Unser Wanderweg war abwechlungsreich. Einmal befanden wir uns wie in einer Kirche, vom Blätterdach überwachsen, dann gab es wieder wundeschöne Ausblicke ins Albtal und zur Alb, die in immer anderen Windungen den Weg in  die Mündung sucht. Dazwischen gab es aber auch Stillwasser, wo sich die Alb weitete und kleine Seen bildet.

Die nun folgende Bilder sollen einen Blick freigeben von der Landschaft die wir durchwanderten:

                                                          Die Alb umrahmt von durstigen Bäumen

 Aber auch Blumen grüßten uns Wanderer am Wegesrand. Doch leider waren Teile davon bereits mit einem Großmäher regelrecht abgehauen. Nur noch die Stengel standen wie große und kleine Krücken in der Landschaft. Schön sah das nicht aus. (Da geht es mal wieder ums Geld, je schneller, um so billiger, aber nicht sehr fachmännisch). Trotzdem standen noch genügend Pflanzen des drüsigen Springkrauts neben dem Wegesrand, wo eine Maschine in der Regel nicht mähen kann.  


                                                                       Das drüsige Springkraut
 

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DAS DRÜSIGE SPRINGKRAUT

Das drüsige Springkraut wurde durch das Gemüse aus dem Süden bei uns eingeführt und hat sich seit dem rasant verbreitet. Seine Hauptstandorte sind saftige Wiesen, Uferböschungen und Waldwege. Das Problem des Krautes ist, dass es sich nur über den Samen vermehrt. Das heißt, dass die Wurzel im Herbst abstirbt und im Boden schnell verottet. An Uferböschungen ist es eine Gefahr, einmal für Uferpflanzen, die die Uferböschung durch Verwurzelungen festigen und ein Abrutschen vermindern, während die Wurzeln des Springkrauts absterben und die Uferböschung instabil wird.  Zum Anderen werden heimische Pflanzen massiv verdrängt, indem es ihnen die Grundnahrung raubt. Deshalb wird es auch vor der Samenbildung abgemäht, um eine Weiterverbreitung zu unterbinden. Trotzdem finde ich seine Blüte einfach schön. Oder nicht?????

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Nach etwas mehr als 1 Stunde lichtete sich der Wald. Ein Gedenkstein und eine Hinweistafel erinnerte an den Franzosenkrieg der auch bei uns größere Schäden verursachte (Die Schlacht in Ötisheim, Sternenschanze und Eppinger Linie). Kurze Zeit später erschien vor uns eine trutzige Kirche (Marcuskirche). Sie geht bis in das 1. Jahrtausend zurück und wurde im Laufe der Jahre immer mehr erweitert, bis zu Ihrem heutigen Aussehen.

 
     Hinweis auf den franz. Krieg                 Marcus Kirche in Marxzell mit Bushaltestelle
Hier holte uns die dicke Regenwolke ein, die uns permanent durchs Albtal verfolgte. Unter der Bahnbrücke und einer Bushaltestelle fanden wir Schutz und zeigten dem Regenwetter die kalte Schulter. Es war auch nicht mehr weit bis zum Rockcafé. Also die Regenschirme aufgeklappt und hurtig über die Straße und schon waren wir ganz im Trockenen, nämlich im Rockcafé.
      Im Rockcafe. "Guten Appetit"

Für uns Senioren war die Einkehr nicht unproblematisch, denn das Essen war im freien angedacht. Dort wäre man dem Nikotingeruch entgangen, jedoch durch den Regen saßen wir drinnen und dort wurde eben geraucht. Das Lokal war zwar gut belüftet, aber Nichtraucher sind eben sensibler. Das Essen war dafür voll in Ordnung und die Schnitzel, Pizzen und Flammkuchen fanden den Gefallen der Wanderer, sowie der Preis. Unser Vorstand war in dem Lokal voll in seinem Element, denn als aktiver Motorradfahrer fühlte er sich sauwohl mit den alten Blechschildern die die Wände verzieren  und alle möglichen alten Motorradvehikeln aus früherer Zeit zeigten. Vor allem die Theke hatte es ihm angetan.

        

                                                                              Werner gefällt´s am Tresen

Nach einer guten Stunde  brachen wir zur 2. Runde auf. Die Regenwolken waren verschwunden und die Sonne wärmte uns richtig auf. Am Museum vorbei und durch die Unterführung bis zur Abzweigung nach rechts, lenkte das Schild Graf Rehna uns unseren weiteren Wanderweg in Richtung Fischweiher.

Wir verschwanden wieder untem Blätterdach der hohen und alten Bäume und das bekannte pläschern des Baches zeigte uns   den Weg nach Fischweier. Auch hier hatte man wie schon von Frauenalb nach Marxzell herrliche Ausblicke ins Albtal. Einige Wasserwehre deuteten auf alte Mühlen hin, zumal sich neben der Alb alte Mühlkanäle unseren Weg begleideten. Mit einem flotten Tempo näherten wir uns Fischweiher, als uns die nächste Dusche von oben voll erwischte. Trotz einem geschlossenen Blätterdach und mit Regenschirmen bewaffnet wurden wir pitschenass.

 

              Gleich regnet es in Strömen                                                     Der Regenschirm wird aufgespannt

Trotzdem war unser Ziel Fischweier direkt vor uns. Unterwegs hätte es noch eine kleine Besichtigung geben können, jedoch wegen des Regen liefen wir an 2 Hainbuchen vorbei, die von dickem Efeu überzogen waren. Es war ein skuriles Bild. Das hole ich nun nach. Bitte sehr!!!!!

   

                              Skurile Hainbuchen vom Efeu umschlungen.
Der Regen hatte uns in der Zwischenzeit überholt und zog nach Ettlingen ab. Die Sonne schien, als ob nichts passiert wäre, denn sie brannte uns auf die nassen Klamotten, die ziemlich schnell abtrockneten. Einige 100 m weiter lichtete sich der Wald und Fischweiher tauchte vor uns auf. Beim Campingplatz erwartete uns eine kleine Imbissbude.

 

 Mit Humor den Regen überstanden                        Alles nur Schau
Es roch nach Kaffee und Kuchen, gegrillte Würste und andere leckere Sachen. Wir säberten die Tische im Freien und nahmen die Außenfläche in Beschlag. Wir ließen uns vom Wetter nicht beeinflussen und hatten unseren Spaß in der guten frischen Schwarzwaldluft unsere bestellten Dinge zu verschnappulieren. Plötzlich drängten alle, dass es Zeitwäre auf den Bahnhof zu kommen. Friedeer beruhigte alle und sagte, dass es nicht einmal 2 Minuten dauern würde um den Bahnhof in Fischweiher zu erreichen. Keiner glaubte mir. Deshalb standen wir uns ca. 18 Minuten die Beine in den Bauch, weil nicht genug Sitzplätze zur Verfügung standen. Wer nicht glaubt, muss stehen. Frieder aber, schmunzelte sich eins.

 

  Rückblick ins Albtal
Die Rückfahrt nach illingen funktionierte exakt nach Fahrplan. Und jede Wanderung, auch Im Schwäbischen Albverein geht einmal zu Ende. So auch diese. Herzlichen Dank, dass Ihr alle dabei ward.
 
Euer Wanderführer Frieder Queitsch.