Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe:
Illingen-Schützingen

Bruchsal-Michaelsberg-Obergrombach

              Bruchsal-Michaelsberg-Obergrombach

Bruchsal-Michaelsberg-Obergrombach

Bruchsal-Michaelsberg-Obergrombach

 

 

Wanderung: Bruchsal - Obergrombach - Michaelsberg - Untergrombach

 

Irgendwo um Brus´l rom: Am: 20. Juni 2012

Wanderführer: Frieder Queitsch


Wanderung mit vielen Überraschungen:

 

Ja, wenn Frieder eine Wanderung plant, denn fängt er an zu überlegen.

1. Wohin geht die Wanderung ?

2. Wieviel km kann man anbieten ?

3. Was ist für die Wanderer interessant ?

4. Welche Anschauungsobjekte sind vorhanden u.s.w.?

Durch Zufall hatte er einen Artikel über die Feuchtwälder in Bruchsal in der BNN gelesen. Sehr interessant fand er die Ausführung und den Inhalt. Also was tat er, er aktivierte seine Frau und los ging´s auf die Erkundungstour. Zum Bildungszentrum mit der Bahn und von dort aus per Beine in den Feuchtwald. Was uns so fazinierte waren die alten hochgewachsenen Bäume und Sträuche die natürlichkeit der Landschaft und der bolzgerade Weg in Richtung Untergrombacher Badesee, der tiefblau bis hellblau in der Sonne schimmerte. Juhu, ich hatte eine neue Wanderung ausbaldovert. Wenn man dann noch über den Michaelsberg nach Obergrombach wandert hat man die schönste Wanderung die man sich denken kann. Die Wanderung hatte sowieso den Titel im Flyer:

"Irgendwo um Brus´l rom".

Das passte also alles. Im "Durchblick und im Ortsblatt Illingen" wurde sie so ausgeschrieben. Die Anfahrt von Illingen war klar definiert, jetzt brauchte ich nur noch ein Lokal zur Speisung meiner Gruppe. Und schon hatte ich die A...-Karte gezogen. Kein Lokal in Untergrombach hatte am Mittwoch geöffnet, noch nicht einmal auf dem Michaelsberg war der Wirt zu bewegen Mittwoch´s aufzumachen. Also ab ins Internet. Hier entdeckte ich den "Grünen Baum" in Obergrombach. Der hatte am Mittwoch von 10:30 -14:00 Uhr geöffnet. Das passte aber nicht zu meiner Wanderung. Bis meine Frau mir erklärte, dann dreh doch deine Wanderung  einfach um und beginn die Wanderung in Obergrombach. Eine heiße Disskussion begann, bei der meine Frau, (wie Immer) die Oberhand behielt. Also wurde meine Wanderung eine ganz eine Andere. So viel zu meiner Wanderungsplanung.

Die Wanderung:

Am 20. Juni 2012 mußte meine Wandergruppe alleine, ohne Wanderführer bis nach Bruchsal fahren. Hier wurde das Grüpplein bestehend aus 16 Personen von Frieder erwartet. Jedoch der Zug hatte 7 Minuten Verspätung und wir verfehlten überraschender weise den Bus nach Obergrombach und mussten dafür 30 Minuten auf den nächsten Bus warten. So fing unsere Überraschungswanderung an. Der nächste Bus nahm uns überraschend pünktlich über Büchenau, Untergrombach und Obergrombach fahrend mit. Am Friedhof war die Fahrt zu Ende und unsere Wanderung begann.

Obergrombach ist bekannt für seine Burg und Schloss, die in privater Hand der Familie Bohlen v. Halbach ist und leider nicht besichtigt werden kann. Trotzdem findet man reizvolle Einblick auf das Gemäuer und Schloss.

 

               In der Altstadt Obergrombach                              Frieder erklärt das Obergrombacher Schloss

Faszinierend waren auch die alten und originalen Mauerreste, an denen sich noch die Fachwerkhäuser anlehnen.

(So sparten die damaligen Bewohner bei Ihrem Hausbau, indem sie die Stadtmauer, als die rückseitige Wand ihres Hauses verwendeten.)

Die Burg und deren Erbauung, hat man durch Erwähnungen in das Jahr 1317 ermittelt und die Herren von Grombach bewohnten sie. Die Grombacher selbst wurden schon 1207 mit Namen erwähnt. Dann kam die Burg in den Besitz der Speyrer Fürstbischhöfe.

Im 30 Jährigen Krieg überfiel Bischof von Sötern mit 700 Mann die Burg und "hieb die Besatzung nieder". 1633 wurde Burg Obergrombach von Oberst Schmidberg belagert. 1644 nahm Generalmayor Rossa diese ein. 1689 wurde Burg Obergrombach im Orleanischen Erbfolgekrieg von den Franzosen zerstört. Damian Hugo von Schönborn (Der Erbauer des Schlosses Bruchsal) erbaute das untere Obergrombacher Schloss 1720 neu auf. Dieses wurde von seinen Nachfolgern bis 1802 als Sommerresidenz genutzt und bewohnt. Nach mehreren Besitzerwechseln ist die Anlage Eigentum der Familie Bohlen und Halbach.

   Das neue Schloss von Damian Hugo v.     
                Schönborn 1720 erbaut.                   
Ein Kleiner Blick auf´s Schloss                                            
     
   
                                                           

Es war 11:00 Uhr und Einigen plagte schon der Hunger. Zum Glück hatte ich im "Im grünen Baum" in Obergrombach das Essen  auf 11:00 Uhr vorbestellt, sodass wir nicht lange warten mussten. Wir wurden mit "Hallo" begrüßt und ins Nebenzimmer befördert, wo schon die Tische festlich gedeckt waren. Eigentlich wollten wir das Tagesgericht essen, aber als die Wandersleute in die Karte  schauten, war klar: "Heute gibt´s Spargel".

Was auch zur Überraschung der Wanderung beitrug war, dass unser Illinger Bügermeister Herr Eiberger mit von der Partie war. Von dieser Stelle aus ein herzliches Dankeschön vom Illinger / Schützinger Albverein. Leider konnte er ncht lange bleiben, da noch ein wichtiger Sterbefall sein Beisein an unserer Wanderung nur kurz möglich machte. Wir würden es begrüßen, wenn er so ab und zu mit von der Partie wäre. Seine Familie ist selbstverständlich auch gerne gesehen. Zu dieser Betrachtung möchte ich noch ergänzend dazufügen, dass sich 6 Gäste unserer Wanderung angeschlossen hatten, die unsere Wanderung im Internet b.z.w. im Durchblick gefunden haben. Sie wurden alle in unserer Runde auf´s herzlichste begrüßt.

   Unsere Gastwanderinnen beim studieren der Karte            Unser Bürgermeister Herr Eiberger mit Gastwanderin

 Alsbald wurde es ruhig im Saal, denn ein jeder war mit seinem Essen beschäftigt. Die Portionen waren so reichlich, dass so mancher sein Schnitzel mit Spätzle einpacken ließ. Herr Bürgermeister Eiberger verließ uns nun, um zu seinem Bus zu laufen, der ihn nach Bruchsal bringen sollte. Doch der hatte Verspätung und der Anschlusszug nach Illingen war weg. Seine Frau war das Opfer, denn sie holte Ihn in Bruchsal am Bahnhof ab. (Wieder eine Überraschung).

13:30 Uhr Abmarsch. Wohl gestärkt und mit viel Temperament in den Wanderschuhen, folgten wir zunächst dem Dorfbach, der sich durch eine Parkanlage schlängelte, die jede Menge alte Baumarten aufwies. Dann führte uns der Weg ins Neubaugebiet und steil aufwärts Richtung Michaelsberg. Da war tiefes Schnaufen angesagt.  Doch dann folgte der Weg der hügeligen Landschaft, um nach einigen 100 m links in ein flaches Seitental abzubiegen. Wir ließen Obergrombach hinter uns und die herrlichste Landschaft geschmückt mit vielen Gräserarten und Feldblumen, die man bei uns auf den Feldern wohl kaum mehr finden kann, nahmen uns in Beschlag. Auch alte Birnbäume erregten unser Interesse, denn manche wussten, dass man diese Mostbirnen mit Äpfeln vermischte und sektartigen Most daraus produzierte. Früher war das ein köstliches Getränk, mit dem man seinen Durst vorzüglich löschen konnte.

     Zufriedene Gastwanderer im
   Naturschutzgebiet Michaelsberg

                    Aufstieg zum Michaelsberg

 
Wir stiegen nun auf steilen Weg hinauf in Richtung Michaelsberg und die Mittagssonne ließ bei uns den Schweiß fließen. Auf halber Höhe wartete auf uns die nächste Überraschung. Frieder hatte einen Einfall, den er jetzt ausprobieren wollte. Die Gruppe holte gerade unter dem Schatten eines großen Baumes etwas Luft, um den letzten Anstiegzu bewältigen, als Frieder die Wanderer aufforderte eine kleine Gymnastikübung einzulegen, um den verspannten Rücken und Hals vom Rucksack tragen wieder zu entspannen. Zu meinem Erstaunen hielten sich alle an meine Anweisung und es hat, glaube ich, auch allen Spass gemacht.
 
Und weiter ging´s bergauf. Am Hang des Michaelberges schlängelte sich der Wanderweg entlang gespickt mit Wildkirschen und Walnussbäume, die mit Ihren dicken Stämmen und ausladendem Blätterdach auf ein gewisses Alter schließen ließ. Immer wieder veränderte sich die Landschaft in einen steilen Weinberg, eine Streuobst Wiese, oder gar in ein rekultiviertes Steinriegelfeld.
 
(Der Michaelsberg war schon in früher Zeit (um 1000 v. Chr.) bewirtschaftet. Die Hänge wurden mit Emmer, Dinkel und Gerste bepflanzt. Da aber die Hänge viele Steinbrocken aufwiesen, wurden diese einfach an der Ackergrenze zum Nachbargrundstück aufgehäuft. Mit der Zeit holte sich die Natur dieses Trockenbiotop wieder zurück. Damit die Amphibien ihren Lebensraum zurückerhalten, werden die noch vorhandenen Steinriegel von Bäumen und Gestrüpp befreit. Jetzt schon findet man in diesen Biotopen seltene Amphibien).
 
Zwischendurch trifft man dann auch auf imposante Ausblicke in die Rheinebene, in die Elsässer Vogesen, in den Pfälzer Wald.
Dabei erklärte Frieder auch die einzelnen Ortschaften, die sich rund um den Michaelsberg angesiedelt haben.
 
Bald darauf war der Aufstieg geschafft. Die barocke Michaelskapelle schaute über eine Trockenwiese zu uns herab. Jetzt wussten wir, dass wir den Michaelsberg erobert hatten.

Steiler Aufstieg zum Gipfel                        Die barocke Wallfahrtskapelle

In der Zwischenzeit braute sich am Himmel etwas zusammen. Dicke dunkle Cumuluswolken türmten sich rund um uns herum auf. Nur über uns waren die Wolken aufgelockert und die Sonne schien auf unsere Gruppe herab. Ein frischer Wind zog den Berg herauf und kühlte uns sichtlich ab. Wir nahmen die Bänke in Beschlag und genossen dabei den einmaligen Rundblick.

 

 

                                                       Ein nicht ganz gelungener Rundblick vom Michaelsberg

Die Gruppe nahm sich die Zeit, um einen Erkundungsgang um die Barocke Michaelskirche, die leider geschlossen war, zu machen.
In der Nähe gibts auch noch den Kindlesbrunnen, aus dem angeblich die Ober - und Untergrombacher Kinder kommen.
 
Wissenschaftliche Grabung auf dem Michaelsberg im 19. Jahrhundert brachte eine Sensation hervor. Man entdeckte eine komplette Ansiedlung mit einem Wallgraben und 120 Feuer und Hausgründungen. Eine Zerstörung hatte scheinbar nie stattgefunden, denn man entdeckte keine typischen Brandspuren. Es waren Bauern, die Felder mit Einkorn, Emmer anbauten. Man fand auch fast vollständige Tongefäße, die sogenannten Tulpenvasen, Backteller und Tonschmuck. Diese Völkergruppe wurden nach dem Fundort Michaelsberger Kultur benannt.
 
 
Pause auf dem Michaelsberg
 
Nach der Pause stand uns ein steiler Abstieg nach Untergrombach, per Serpentinen und einer Treppenanlage bevor, die mit Windeseile bewältigt wurde. Manch einer hatte plötzlich Gummi in den Knien. Frieder lockte die Gruppe noch in die Untergrombacher Neobasilika. Alle waren Ihm dankbar, denn die Wärme und Schwüle wurde unertäglich, während in der KIrche eine angenehme Kühle und Ruhe herrschte.
 
7 km hatten wir zurückgelegt jetzt war die Frage, ob wir den Restvon 3,5 km der Wanderung noch in Angriff nehmen, oder ob wir angesichts der drohenden Wolken, mit der Bahn nach Bruchsal zurückfahren sollten.
 
Einstimmigkeit: "Wir Fahren"!
 
Zum Schluss gab´s noch eine Überraschung, denn Frieder entführte alle noch in das Cafe Max, wo wir die interessante Wanderung beendeten.
 

Ein eisiger Abschluss der Wanderung.

Die  Straßenbahn brachte uns nach Bruchsal und mit dem RE erreichte die Gruppe wieder die heimatlichen Gefilden (Illingen).

Fazit: Es war gut, dass wir die Wanderung abbrachen, ( Es gibt einen Spruch der sagt: Wenn´s am Schönsten ist, sollte man aufhören), denn kaum waren wir in Bruchsal eingestiegen, zog ein mächtiges Gewitter auf und Frieder war froh, dass wir uns alle richtig entschieden haben. Ich musste noch versprechen, dass ich die fehlende Wegstrecke in eine der nächsten Wanderungen einbauen werde.

Text u. Bilder von F. Queitsch

Bilder von dem Teil der Wanderung, die wir noch zu wandern gehabt hätten, sind auf der Seite   "Für Wanderer > Wanderbilder> Bruchsal-Michaelsberg-Obergrombach zu sehen.