Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe:
Illingen-Schützingen

Kleiner Bodensee

Kleiner Bodensee

Kleiner Bodensee

 Kleiner Bodensee

 

 Wanderung am 16.Oktober 2013
Wanderführer: Frieder Queitsch:
ab ins Naturschutzgebiet
 
"Kleiner Bodensee".
Ortsverein Illingen - Schützingen    12 er Wandergruppe

Liebe Wanderfreunde und die es noch werden wollen!

Am 16. Oktober gegen 08:26 Uhr trafen sich 10 tapfere Wanderer, um zu einer Wanderung des Schwäbischen Albvereins Illingen - Schützingen anzutreten. Mit der Straba S 5  ging´s nach Karlsruhe bis zur Yorkstr. Unterwegs stieg unser Wanderführer Frieder mit seiner Frau in Durlach hinzu. In der Yorkstr. stiegen wir um in die S11. diese brachte uns zu unserem Startpunkt Leopodshafen/Eggenstein Frankfurter Straße.
Hier erlebten wir eine Überraschung, denn nach der Begrüßung führte uns Frieder zu einem Geheimpfad, der in einer Apfelbaumallee weiterführte. Ziemlich feucht war es dort, denn das Gras war nur spärlich gemäht. Alle liefen wie der Storch im Salat um kein Überschwemmung in den Wanderstiefeln zu bekommen. In der Anlage werden noch sehr alte Apfelsorten gepflegt und gehegt.
Nach einiger Zeit wechselten wir über eine kleine Brücke hinüber zu einer Teerstraße die am Rande des Ortes unterhalb vorbeiführte. Dann streiften wir die Vereinshalle, bewegten uns über eine weitere Brücke zum Naturschutz- und Überschwemmungsgebiet. An einer Tafel holten wir uns die ersten Informationen über Verhaltensregeln und Sinn und Zweck dieses gigantischen Naturschutzgebiets, das  in Europa als das größte vorhandene zusammenhängende Schutzgebiet gilt. Gleichzeitig wird dieses Gebiet auch als Hochwasserzone benützt. Herrliche Landschaften mit riesigen Silberpappeln, Eschen, Gebüsch und Todholz (Umgefallene Bäume). Auf den Seen sah man Schwäne, Gänse, Enten, Fischreiher, Seidenreiher. Eine unglaubliche Vielfalt an Wasser, Tümpeln, Seen, Fließwasser, Tiere jeden Couleurs, Wasserpflanzen, Pilze und Blumen erlebte man über das ganze Naturschutzgebiet verteilt.
 
 Kleiner See als Vorgeschmack  Teil des "Alten Hafens".  Der alte Hafen
Pilze versteckt im Gras Herzige, sonnige Blümchen Wilder Wein im Herbstlaub
 
Auf den Hochwasserdämmen hat man den besten Aus- u. Überblick: Diese benutzten wir über die ganze Wanderung hinweg. Nach einiger Zeit gesellte sich der Pfinzkanal zu uns. Eine trübe Brühe ergoss sich in die Seen. Die erste Brücke, die über die Pfinz gebaut war, kam in Sichtweite. Die zweite Brücke war älter und konnte über Seile, die von einem Häuschen aus gesteuert wurden, aufgeklappt werden. Die 3. Brücke war eine Hubbrücke, deren Mittlere Teilstücke einfach in die Höhe gezogen werden. Das war natürlich eine Augenweide für unsere Wanderer, die früher mal bei der Stahlbaufirma Luig in Illingen gearbeitet hatten.
 
Die Pfinzkanalbrücke Die Zugbrücke Die Hebebrücke
Pfinz Durchfluss Pfinz von der Brücke Blick von der Brücke
 
Wanderer auf der Brücke. Das Schiff fährt Rhein aufwärts Der Rhein mit Hochwasser
 
An der Hebebrücke packten wir unser Rucksackvesper aus und stärkten uns für die nächste Etappe. Auf dem Hochwasserdamm entdeckten wir den Einfluss der Pfinz in den Rhein.  Unterhalb unseres Vesperplatzes standen im dunklen Rheinauewald mächtige Eichen und bis zu 50 m hohe Silbereschen und Silberpappeln. 
 
Nach der Ruhepause führte uns der Hochwasserdamm immer paralell zum Rhein weiter dem Albzufluss entgegen. Eine Querverbindung über den Damm sollte uns eigentlich zum Rhein führen, aber der Regen der letzten Nacht ließ den Rhein so ansteigen, sodass die Zulaufrohre vom Rhein her überflutet waren und das Rheinwasser in das Naturschutzgebiet hineingeleitet wurde und somit waren die Wege in diesem Gebiet überschwemmt. Ein Durchkommen war unmöglich.
 
Nach einem längeren Wanderweg auf dem Damm, waren links wie rechts unseres  Weges, die einmaligen Naturlandschaften diesen größten, einzigartigsten und zusammenhängenden Naturschutzgebiets in Europa zu sehen. Die Tier- und Pflanzenwelt ist so vielfältig wie nirgends in Europa.
 
Am 4. Querweg hat das Glück uns geholfen, unseren Traum an den Rhein zu gelangen zu erfüllen. Nach wenigen Metern sahen wir das Rheinufer und den bis zum Rand gefüllen Rhein, der träge sich nach den Niederlanden hinbewegte.
 
Nun verdunkelte sich der HImmel von der Pfälzer Uferseite aus sehr bedenklich. Es sah aus wie eine Wolkenschlange ca. 300 m breit und mindestens 5 km lang. Zum 2. Mal war das Glück unser Begleiter, denn die mit Regen gefüllten Wolken verschonten uns gänzlich. Danach strahlte die Sonne, als ob nichts passiert wäre. Eine sandige Bucht tat sich vor uns auf und wir hatten freie Sicht auf den Rhein bis nach Karlsruhe.  
 
Manche waren überrascht, dass so viele Nüsse auf dem Boden lagen und meinten diese mit nach Hause  nehmen zu müssen. Als ich das bemerkte, fragte ich wo denn die Nussbäume dazu wachsen würden, denn alle Bäume im ganzen Umkreis ähnelten nicht den richtigen Nussbäumen. Frieder klärte auf: Das sind Waschnüsse, die man in der Waschmaschine zwischen die zu waschende Wäsche legt und die dann wie ein Waschmittel wirken. Keiner glaubte mir. Ich ließ Sie bei dem Glauben.
 
Es waren tatsächlich Waschnüsse!!!!!!
  
 
Kleine Vesperpause  Wegen Hochwasser gesperrt  Baum fällt um....Baum bleibt liegen.
    Rheinblick          Pilze am Totholz Toller Baum neben dem Dammweg Efeu erobert die Silberpappel

Unsere Umgebung blieb interessant. Man merkte es auch daran, dass immer wieder kleine Pausen eingelegt wurden, um Dies oder Jenes genauer zu betrachten. An einer kleinen Hütte war eine Tafel angebracht, an der wir einen winzigen Überblick von unserer Umgebung erhielten. Dies war auch wichtig, denn Weg- oder Hinweisschilder gibt es so gut wie keine. Man ist auf die eigene Spürnase angewiesen. Wir verließen nun unseren Dammweg und begaben uns auf einen paralell laufenden Dammweg, der  uns zum "Kleinen Bodensee " führen sollte. Über die 4. Brücke (Eine völlig Neue) wanderten wir also wiederum auf einem Damm, in diesen Damm waren Schleusen eingebaut, die bei Hochwasser geöffnet werden, um die Wassermassen der Alb und des Rheins ins Naturschutzgebiet fließen zu lassen. Deshalb heißt dieses Gebiet auch "Wässerung".

An und auf der Alb sah man einen richtig großen Schwarm von Stockenten, die plötzlich vor uns aufflogen und  100m weiter wieder in der Alb landeten.

Weiter auf dem Damm, der nun in einem großen Bogen zum kleinen Bodesee führte, zog unsere Gruppe weiter.

Der "Kleine Bodensee" ist ein Altrheinarm, der vor über 200 Jahren durch die Begradigung des Rheins entstanden ist. Dort befindet sich auch ein großer Baggersee, der stillgelegt wurde. Diesen umringt der kleine Bodensee wie ein Schlauch. Er ist etwa 2,5 km lang und 200-300 m breit.

Endlich am Bodensee, der von uns sehnlichst erwartet wurde. Frieder schwenkte in einen Stichweg ab und da lag er vor uns in seiner ganzen Größe und Länge. Ein schöner Anblick, den wir eine Weile genossen. Dann ging´s weiter am Bodensee entlang, bis wir aus dem Naturwald heraus kamen.

Und genau da passierte es, was eigentlich einem Wanderführer nicht passieren sollte: Ein kleines Schild war schuld daran, dass es passierte. Darauf stand: "Nach Neureut". Ich wusste zwar, dass wir erst nach den Hoch- spannungsmasten nach links abbiegen mussten, um nach Neureut und zu unserer Straba zu gelangen. Trotzdem folgten wir diesem Schild. Der Weg war schön zu laufen, aber wir entfernten uns von unserem eigentlichen Ziel. Erst nach etlichen Befragungen von Einheimischen (die scheinbar von Ihrer Gegend keine Ahnung hatten) kamen wir durch unsere eigene Spürnase auf den richtigen Weg. Nur noch über die Autobahn und schon standen wir im Bärenweg mit mehr als 3 km Umweg.

Normal wären wir jetzt eingekehrt, aber jeden zog´s nach Hause und weil in 5 Minuten die Straba nach Karlsruhe fuhr, nutzten wir die Gelegenheit zur Heimfahrt.

So und nun muss ich mich als Wanderführer bei meiner Gruppe für mein Malheur entschuldigen. Bei meiner nächsten Wanderung sparen wir dann den Mehrweg von 3 km wieder ein. Versprochen ist versprochen.

Fazit: Die Wanderung an den "Kleinen Bodensee" war eine vielseitige, schöne, interessante und jederzeit wiederholbare Wanderung. Zum Einen hatte sie den Vorteil, einmal ohne nennenswerte Steigungen zu wandern, zum Anderen ist eben ein Naturschutzgebiet in Verbindung mit dem Hochwasserschutz eine äußerst hochinteressante Angelegenheit.

Nachklapp: Zu Hause machte ich mir Vorwürfe versagt zu haben, bis zu dem Moment, wo eine Wanderfreundin bei mir anrief.

Wortlaut:

Frieder ich möchte mich ganz herzlich bei dir für die schöne und interessante Wanderung bedanken. Ich wusste nicht, dass es bei Karlsruhe so schön sein kann. Wenn wir auch mehr gewandert sind, mach dir nichts draus, wir sind alle gesund und munter nach Hause gekommen und einem Anderen hätte das auch passieren können. Außerdem kannst du dir nachsagen lassen, dass ich bis heute noch keine preiswertere Wanderung, mit so vielem Input bekommen habe.

Hinweis von Frieder:

Tagesausgaben: ( 3,70 € Fahrtkosten mit der KVV)

Nach der Eigenwerbung folgen noch ein paar Bilder von der Wanderung.

Eigenwerbung
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Sie sehen es lohnt sich! 

Ortsgruppe Illingen / Schützingen Sehr günstiger Jahresbeitrag ab
Hier die versprochenen Bilder unserer Wanderung
Wanderer am "Kleinen Bodensee". Einsam u. verlassen aber schön. Wildparadies.
 
         Blumen und Baumpilz................ ...........................am............................. .......................Wegesrand
 Danke für Ihren Besuch auf unserer Homepage: www.albverein-illingen.de

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