Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe:
Illingen-Schützingen

Maulbronn-Schönenberg-Maulbronn

Maulbronn-Schönenberg-Maulbronn

Maulbronn-Schönenberg-Maulbronn

Maulbronn-Schönenberg-Maulbronn

 

 

Vereinswanderung: Am 15. April 2012.

Maulbronn - Lienzingen - Schönenberg - Maulbronn.

Wanderführer: Ulrich Kälber.

 

Hallo liebe Wanderfreunde und die jenigen, die nicht dabei sein konnten!

Am Abend vor der Wanderung saß ich an meinem Lieblingsplatz, am Computer und
forschte auf der Wetterkarte, wie wohl das Wetter am 15. April sein wird.
Die Wetterkarte zeigte nichts Gutes. Temperaturen bei 6 - 7 Grad, bewölkt und regnerisch.

Mein Nachtgebet richtete ich deshalb an Petrus, der ja für das Wetter verantwortlich
sein soll und bat ihn, dass wir morgen bei unserer Wanderung besseres Wetter
bekommen als angekündigt.

Am nächsten Morgen war der erste Blick nach draußen. Mein Gebet schien bei Petrus
angekommen zu sein, denn das Termometer zeigte mir steigende Temperaturen an und
der Zeiger des Hygrometers steigende Tendenz.

Schnell war mein Rucksack gepackt und die DB war zu meiner Überraschung mehr
als pünktlich (Bravo !!!!!!!). In Illingen warteten schon eine Menge Wanderer (4) auf meine
Ankunft. Also mit mir waren es dann doch ganze 5.
 

Unsere Autotour führte uns ganz unspektakulär nach Maulbronn zum Kloster. Hier begann
unsere 15 km Wanderung. Natürlich freuten wir uns über den Anblick des ehrwürdigen
Klosters mit seinen alten Gebäuden. Besonders der Innenhof ist immer wieder ein
imposanter Anblick.
 
 
 
 
 
3 Nostalgie Bilder vom Klosterhof (1975)
 
Am Faustturm, der sich wie immer hinter ein paar Bäumen versteckte, wanderten wir in
Richtung Zaisersweiher, bis wir den Rossweiher erreichten. Hier war alles noch im
Dornröschenschlaf. Selbst die Wasservögel, die sonst in großer Zahl zu sehen sind,
waren noch nicht erwacht. Trotzdem war die Ruhe außergewöhnlich und doch wiederum
beruhigend. Ein schöner Blick in Richtung Zaisersweiher tat sich vor uns auf, nachdem
wir den Rossweiher umrundet hatten. Im Morgendunst war auch der Kirchturm von
Zaisersweiher zu sehen. Wir schwenkten aber nun nach rechts ab und umrundeten den
Strombergrücken, der vor uns lag.
 
 
 Wegspinne vor der Lienzinger Festhütte
 
Dabei öffnete sich der Blick über Lienzingen, Schmie, bis hin zum Plattenwald, den man
im Dunst nur undeutlich erspähen konnte. Dafür zeigte sich die Natur von Ihrer schönsten
Seite. Überall in den Obstwiesen überboten sich die Bäume und Sträucher mit Ihrer
Blütenpracht, die uns zum Verweilen aufforderte. Wir genossen die wunderbare Luft, die
erwachende  Vegetation und die uns umgebende Ruhe. Auch die Sonne kam zum
Vorschein und man war fast gewillt die Anoraks auszuziehen.
 
 
Bald darauf erschien die Festhütte von Lienzingen. Die Feuerwehr hatte dort eine
Festlichkeit. Wir zogen aber weiter, immerhin mit dem Geruch von gegrillten Festwürsten
in der Nase.
 
In Lienzingen bogen wir am Alten Forsthaus rechts ab, aber nicht ohne den Blick auf die
alten Fachwerkhäusern in der Maulbronner Straße und die Kirchenburg zu werfen.
Am Industriegebiet vorbei ging´s im schnellen Schritt und im Sauseschritt über die B35.
Dort tauchten wir in den Lienzinger Wald ein. Hier erlaubten wir uns eine kurze Pause.
 

Die Bäume standen in voller Blüte

 

Blick nach Mühlacker

 
Doch dann sah man unser kleines Trüppchen dem Sauberg entgegen zu streben.
Auf halber Höhe benutzten wir den Weinbergweg, der uns wieder einen grandiosen
Ausblick auf unser *schwäbisches Ländle frei gab. Mühlacker mit seiner Senderanlage
lag in greifbarer Nähe vor uns. Oberhalb am Waldrand des Saubergs lugte die
Chartaque (Wachturm der Eppinger Linie) zwischen den Bäumen hervor und links
unter uns war unser Essensziel. Schönenberg  mit dem Gasthaus Lamm.

Die Chartaque (Wachtturm) Eppinger Linie

Bei Spargel onn Käs´ Spätzle, onn a Viertele vom Fass,  kommt jeder Schwob
widder uff d´ Fiess.
 
Nach einer verdienten Pause nahmen wir unsere Wanderung wieder auf.
 
Während wir beim Essen saßen, konnte Petrus scheinbar die Regenwolken nicht
mehr zurückhalten, denn es tröpfelte zuerst ganz leicht, doch dann brauchten wir
doch noch unsere Regenschirme. Doch Petrus gab uns immer wieder die Chance,
dass wir zwischendurch die Regenschirme wieder einpacken konnten.
 
Ein längerer Aufstieg lag nun vor uns. Es ging teilweise im Zick Zack durch die
Wälder. Auch ein Stück des Wanderweges war durch eine Wildschweinherde
aufgewühlt. Manchmal dachte man, die Schwarzkittel noch riechen zu können.
 

Nachbau der Eppinger Linie

 
Mutig schritten wir voran bis wir die Eppinger Linie vor uns sahen, die uns dann
bis Maulbronn begleitete. Wir hasteten noch über die B35 zwischen heranrasenden
Auto´s hindurch auf´s rettende andere Ufer. Hier war die Eppingerlinie in den
Urzustand versetzt. Palisaden steckten im Wallgraben und ein Durchgang war
vorhanden. Man konnte sich lebhaft vorstellen, wie die Eppinger Linie vormals
um 1695 aussah. Wenn man bedenkt, dass das Bollwerk von ca. 89 km Länge
mit den Händen und Schaufeln ausgehoben werden musste, also ohne Bagger
oder sonstige mechanischen Hilfsmittel und das meist in Fronarbeit, dann muss
man vor der Leistung dieser Leute schon mal den Hut ziehen.
 
Zurück zur Wanderung:
Nun war es nicht mehr weit bis Maulbronn, denn das Wohngebiet Schefenacker
war schon in Sichtweite. Der steile Abstieg hinab bis zum Kloster merkte man
schon ein wenig in den Knien.
 
Man verabschiedete sich mit dem Gefühl, einen für jeden interessanten,
gesprächigen und geselligen Tag erlebt zu haben, an den man sich gerne erinnert.
 
Wenn Ihr die den Text genau gelesen habt, dann ist Euch bestimmt ein kleines * aufgefallen.
 
Hier die Erklärung: Ich weiß, dass jetzt alle Illinger entsetzt aufspringen.
 
*Ich habe vom schwäbischen Ländle geschrieben, aber da ist ein kleines Häkchen dabei.
Da ich nun mal im badischen Bruchsal wohne, weiß ich, dass durch die damalige Gemeindereform Illingen
badisch geworden ist und deshalb in Bruchsal dieser Zipfel als "Ostbaden" bezeichnet wird.

 

Bis zur nächsten Wanderung am 18.04.2012, die uns zur Grünhütte führt. Treffpunkt um 9:00 Uhr, wie immer

am Bahnhof Ilingen. Wir fahren mit der Bahn um 9:25 Uhr. Alle die mit wollen besonders auch Gastwanderfamilien,

sind herzlich willkommen.

Tschuß bis dann

Text von F. Queitsch