Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe:
Illingen-Schützingen

Mühlacker-Enzberg-Mühlacker

Mühlacker - Enzberg - Mühlacker

Mühlacker - Enzberg - Mühlacker

Mühlacker - Enzberg - Mühlacker

 

 

Tageswanderung
am 17.02.2013
 
"Mühlacker - Enzberg - Mühlacker".
 
 
Ortsverein Illingen -Schützingen
 
WF: Werner u. Renate Müller Wandergruppe:
 
 
Wanderbericht
 
 
 Liebe zu Hause gebliebene Wanderfreunde!
 
 
 
Eigentlich hätte unter der Wanderung WF: Frieder Queitsch stehen sollen, jedoch ich zog es mal wieder vor, kurzfristig vor meiner Wanderung mit Blaulicht ins Bruchsaler Krankenhaus gefahren zu werden, um nachzusehen, ob meine Krankenschwestern noch alle in Bereitschaft stehen. Mein Blutdruck verselbständigte sich und die Werte verhießen nichts Gutes. Nach einer gründlichen Untersuchung und einer nicht näher definierten Flasche am Arm,  schien alles O.K. zu sein. Nur wandern sollte ich noch nicht.
 
Deshalb sprang für mich Werner unser Vorstand ein.  Er bekommt dafür hier öffentlich ein herzliches Dankeschön.
 
Die Wanderung begann also am Sonntag den 17.02.2013 am Bahnhof in Illingen. Mit den Auto´s fuhren 9 Wanderer nach Mühlacker zum Bahnhof und parkten dort Ihre Autos.
 
Zuerst einmal wanderten wir durch Mühlacker über Stäffele in Richtung ehemaligen Gesundheitsamt, das den gebürtigen Mühlackerern besser als das "Stochennest" bekannt ist.Jeder Mühlackermer ist stolz dort geborenzu sein.
 
Weiter zur Senderanlage ging die Wanderung. Unsere beiden Gastwanderer aus Waiblingen staunten, dass der 275 m hohe Sendemast kaum zu sehen war, denn der Nebel auf der Höhe ließ diese Sicht nicht zu. Schade, denn man hat von hieraus eine schöne Aussicht.
 
 
7 Wanderer u. 2 Gastwanderer im Nebel am Mühlacker Sendergelände.
 
Nach ein paar Minuten erreichten wir die Burgruine Löffelstelz, die auf den Felshang aufgebaut wurde. In meiner   
Schulzeit wurde erzählt, dass die Löffelstelz eine Raubritterburg war. Was, wie man heute weiß, nicht stimmte.
 
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Die Burg Löffelstelz.
  
Die Burg Löffelstelz steht auf einer steil abfallenden Felsenwand aus Muschelkalk und war eine Schildburg ohne Bergfried. Funde gehen bis 1180 zurück.
 
Die Herren von Dürrmenz hatten die Burg in Besitz, die sie 1220 erweiterten und bis 1482 dort Ihren Stammsitz hatten. Im selben Jahr wurde die Burg an das Maulbronner Kloster verkauft. Der bedeuteste Vertreter der Herren von Dürrmenz war Ulrich von Dürrmenz, Kanzler unter Friedrich Barbarossa und BIschof v. Speyer.
 
Die Burganlage verfiel zusehends und wurde am Anfang des 17.Jahrhunderts durch eine gewaltige Feuersbrunst zur endgültigen Ruine.

Einmal noch konnte sich die Burg, anfangs des 18. Jahrhunderts in Verbindung mit der Eppinger Linie, als Bollwerk gegen die Franzosen beweisen, bevor die Klosterverwaltung Maulbronn die Ruine zum Abbruch an die Gemeinde Dürrmenz verkaufte. Die Bauern konnten sie nun - wie damals allgemein üblich - ganz offiziell als Steinbruch für den Bau Ihrer Häuser nutzen.

Die Reste der Burg und deren Anlage wurden 1902-1911 vom Verschönerungsverein Mühlacker restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ich kann mich noch aus meiner Kindheit erinnern, dass jedes Jahr auf der Burg und in den Anlagen ein Sommerfest veranstaltet wurde. Die Burg war beleuchtet und an den Wegen waren bunte Lampions aufgehängt. An der Rückseite der Schildmauer war eine Tanzfläche aufgebaut und eine Kapelle spielte zum Tanz auf.
 
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 Die Burganlage  Riesige Eiszapfen an der Felswand unter der Burg
 
Von der Löffelstelz hat man einen wunderbaren Blick nach Dürrmenz, nach Mühlacker und ins Enztal. Steil führte uns unser Wanderweg hinab ins Enztal. Beim Blick zurück auf die Burg, konnte man über 2 m lange Eiszapfen in der Felswand entdecken. Über die Enzbrücke  und über den Hochwasserdamm, der während der Hitlerzeit in Zwangsarbeit gebaut wurde, eilte unsere Gruppe Richtung Stauwehr. Hier wurde es romantisch. Die Enz begleitete uns auf einem schmalen Naturweg und am linken Steilhang entsprangen kleine Rinnsale, die über Steine und Moos plätschern und sich als schmale Pfützen neben dem Wanderweg sammelten.
 
3,5 km verläuft der Weg durch das Enztal, teils direkt neben dem Flussbett, um dann wiederum weit ausgebreitet durch Wiesen. Die Enz wird umrahmt von Pappeln, Erlen, Weiden, Buchen und Eichen. Das prägt auch den Charakter des Enztales.
 
 
  Sender und Löffelstelz im Sommer vom Enztal aus gesehen
 
Nach ca. 3 km Wanderung durch´s Enztal, bog der Weg rechts ab und über eine Holzbrücke erreichten wir die andere Uferseite und so befanden wir uns im Industriegebiet, wo auch im Vereinsheim des FC Enzberg das wohlverdiente Essen auf uns wartete. Die Speisekarte bot uns Leckeres an. Jeder konnte nach seinen Wünschen bestellen.
 
Mit einem wohl gefülltem Bauch setzten wir die Wanderung fort, um gleich am gegenüber liegenden Enzhang wieder an
Höhe zu gewinnen. Von dort aus hat man einen guten Überblick zum Hangenstein (Segelflugplatz) hinab ins Enztal und nach Mühlacker zur Burg Löffelstelz. Der Sendemast des SDR Rundfunks zeigte seine Präsenz und auch die Sonne blickte zwischen den Wolken hervor.
 
Nach ca. 2 km trafen wir auf den Enzberger Steinbruch, den wir schnell hinter uns ließen.  In der Talsohle angelangt lockte uns ein steiler Treppenstieg über die Weinberge hinauf in die halbe Höhe des Enzhang´s. 
 
Steiler Treppenaufstieg in den Weinberganlagen.
 
Jetzt war Mühlacker nicht mehr weit. Der Weinbergweg bog in eine Straße ein und links davon erblickte man das Neubaugebiet unter dem Sengach. Die Bahnbrücke wurde unterquert und neben den Gleisen der Bahn liefen wir in Richtung Bahnhof, der bald vor uns auftauchte. Die Auto´s warteten schon auf uns und nach kurzer Fahrt war die Endstation Illingen erreicht.
 
FAZIT :
 
Man muss nicht immer sonst wo hinfahren,
Auch die nähere Umgebung kann interessant sein
und es kommt nur darauf an, was man daraus macht.
 
Danken möchte ich auch unserem Gastwanderer Ehepaar, dass sie bei uns mit dabei waren und sich, wie ich erfuhr, bei uns sehr wohlgefühlt haben. Wer weiß, vielleicht können wir mal in Ihrer Gegend mit- wandern.
 
Eine Rückmeldung eines Mitwanderers: "Eine schöne Wanderung, aber meine Wanderhose dreht sich schon in der Waschmaschine".
 
Ohne Kommentar!