Schwäbischer Albverein
Ortsgruppe:
Illingen-Schützingen

Schweinemuseum STGT

Schweinemuseum Stgt

Schweinemuseum Stgt

Schweinemuseum Stgt

 

Wanderung am: 21.03.2012

"Schweinemuseum in Stuttgart".

Wanderführer: Heinz Luff

Wandergruppe: +55

Bericht von Frieder.

 

Was soll ich blos machen, eigentlich wollte ich für meine Wanderfreunde und unseren
Hompage Besucher mal einen normalen Wanderbericht in unsere Seiten einfügen.
Allein der Titel der Wanderung lässt böses ahnen, zumal die Überschrift
"Stuttgart 21 läßt grüßen" ebenso passen würde,wie aber auch
"Noch nie so viel gelacht".
 
Also gut fangen wir wieder von vorne an. Man schrieb den, 21.03.2012 und Frieder spürte im
Unterbewusstsein, dass es Zeit wäre aufzustehen. Es blieb nicht beim denken, denn sein Wecker
tat sein Übriges, so dass er mit einem Satz aus dem Bett direkt in seine Wandersocken sprang,
die vor seiner Bettkante standen (Anmerkung: Bekanntlich wandert man in schon des öfteren bei
Wanderungen getragenen Socken am Besten).
 
Dann die übliche Zeremonie, duschen (aber nicht mit Socken), frühstücken, Rucksack suchen,
den meine Frau, weil er Ihr im Wege stand, weggeräumt hatte. Und los geht´s Richtung
Bruchsaler Bahnhof. Halt, ich habe meine Herztabletten vergessen. Also nochmals zurück,
Tabletten eingepackt und jetzt mit schnellen Schritten ab in Richtung Bahnhof. Mein IRE war super
pünklich und in etwas mehr als 30 Minuten erreichte er den Vaihinger Bahnhof.
 
Hier stiegen eine Menge Leute ein, darunter auch eine große Wandergruppe  aus Illingen
(SAVI =Schwäbischer Albverein Illingen). Die Begrüßung war phänominal. Schnell war auch
der "Alte Sackbahnhof" erreicht. Im Eiltempo verschwand unsere Gruppe in die Katakomben von
Stuttgart. Dort drängten sich die Menschenmassen auf dem Bahnsteig und es roch auch noch nach
etwas verbrauchter Luft. Die U9 erschien aus den Tunnel. Wir stiegen ein und ließen uns bis zum
Mineralbad Berg kutschieren.
 
 
                  U9 Bahnsation Mineralbad Berg
 
Endlich wieder frische Luft für unsere Lungen. Unser Wanderführer begrüßte uns auf dem Bahnsteig
und hatte eine Überraschung für uns parat. Brezeln gab´s (kostenlos) für jeden eine. Dadurch hatten
wir Zeit unsere Umgebung zu beäugen. Sanfte Hügel taten sich vor uns auf und man hatte einen Blick in
Richtung Neckartal. Jedoch unser erstes Wanderziel lag noch in weiter Ferne, die "Villa Berg".
 
Über große Parkflächen wanderten wir hinab in den Stadtteil Gaißburg, dort stieg der Weg wieder an,
auf einen Hügel, auf dem die "Villa Berg" thronte und erwartungsvoll auf die Wandergruppe hernieder
blickte. Noch waren wir nicht am Ziel, denn der Weg zog sich Schneckenhäuschen gleich hinauf zur Villa.
Rechts von uns weitete sich der Blick wieder ins Neckartal in Richtung Hofen.
 
 
         Da geht´s richtig bergauf zur "Villa Berg"
 
Noch ein Stückchen nach oben und die Villa Berg lag vor uns. Der Anblick von unten täuschte gewaltig,
denn die Villa Berg sah aus der Nähe betrachtet eher einer Ruine gleich. Irmela, unsere Ersatzwanderführerin,
hatte ein paar Fakten parat, die wir dankend aufnahmen.
 

            Villa Berg in Stuttgart vor vielen Jahren.

                      Vortrag über die Villa Berg heute.  

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Kleiner historischer Hinweis zur Villa Berg:

Erbauer:   Kronprinz / König Karl mit Gattin Königin Olga (Zarentochter).

                Die Villa diente ihnen als Sommerresidenz.

Architekt: Christian Friedrich v. Leins

                baute das Haus als italienische Landhausvilla 

                im Stile der Hochrenaissance auf. 1845-1853

1913:       Die Villa wird an die Stadt Stuttgart verkauft

1915:       Die Stadt renoviert

1945:       Zerstörung durch den Krieg und Abgabe an den SDR

2007:       Verkauf an die Häussler Gruppe, die aber Insolvenz anmeldete.

2010:       Verkauf an Düsseldorfer Immobiliengruppe PDI

                Die Villa liegt seit dem brach und zerfällt.

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           Villa Berg heute: Verammelt und vergammelt

Traurig, traurig, wie man mit solchen Kleinoden umgeht.(Anmerkung v. Frieder)
Nun zurück zur Wanderung. Nach der Besichtigung stiegen wir hinab in Richtung
unseres 2. Wanderzieles. Durchschritten den Stuttgarter Ortsteil Gaisburg.
 
Man behauptet, dass in Gaisburg der typisch schwäbische Eintopf
"Gaisburger Marsch" erfunden wurde. Für Nichtschwaben: Man sagt auch
"Kartoffelschnitz ond Schpatze" dazu. Die Zutaten könnt Ihr am Ende
des Wanderberichts nachlesen..
 
Nebenbei bestaunten wir die klassizistischen u. die Jugendstilhäuser in den
Stuttgarter Straßenfronten. Die Sonne meinte es gut mit uns und heizte uns
mächtig ein. Man ist die Wärme noch nicht gewöhnt.
 

        Der Gaskessel XXL

Viele von uns waren schon in Stuttgart, aber die Wenigsten kannten diesen
Teil der Stadt. Man entdeckte auch die berühmten Stuttgarter Stäffele,
die sich den Berg hinauf erstreckten.
 
Nun tauchte vor uns der Gaskessel in XXL auf. Da konnte das
Schweinemuseum nicht weit entfernt sein. Und so waren es auch nur noch
ein paar Schritte und die Ersten entdeckten, na was wohl? 
 

                                 Ein buntes Schwein

Schweine auf einer Wiese und dahinter an einem herrschaftlichen Haus
war die Schrift Schlachhof zu lesen. Geschafft, dachten wir. Aber hier
ging´s erst richtig zur Sache. Wir durften allerdings noch nicht ins Museum,
da wir einfach zu schnell gelaufen waren und das Museum noch geschlossen
war. Warum wohl?
 
Stellt euch vor, unser ehemaliger "Bürgermeister Ewald Veigel" war
mit von der Partie. Er wandert eben viel und schnell. Unser langsameres Tempo
war er nicht gewohnt.
 
Trotzdem durften wir vorzeitig schon mal in den unteren Räumen einen Einblick
über die Schweinerei bekommen, die uns in den oberen Räumen erwartet.
 

 

            Unsere Führerin

Es dauerte nicht lange, als eine saumäßig gut geschminkte Schweineführerin uns in den
Saustall entführte. Sie war ein aufrecht gehendes Schwein, also ein  Mensch, der sich oft
auch wie ein Schwein am Trog benimmt (Laut Ihrer eigenen Aussage).
 
Nein, so war sie nicht. Im Gegenteil, sie war überaus freundlich und brachte die Schweinereien
sehr elegant und perfekt in Wort und Gestik an die Besucher. Es kommt  selten vor, eine
solch fantastische Führer/in zu haben.
 
     Das Begrüßungsschwein
 
Sie begleitete uns mit Ihrem Humor durch alle Säle, die gefüllt waren mit Schweinen:
Also, da waren die Glücksschweine, die Sparschweine, die Dreckschweine, die Wildschweine,
die Stachelschweine, die Ferkel, die Saudackel, u.s.w. Sie lagen herum, wälzten sich auf der
Erde, oder ferkelten sich, aufgehäuft in einer Pyramide von 2.80 m Höhe, in einem Raum.
Es gab Deutsche Schweine, Schweine aller Nationen der Welt.
 
 
 
                                Glücksschweine
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
      Ein Sauhaufen von 2,80 m Höhe
 
Das Staunen begleitete uns von einem Raum in den Andern. Schweinisch bemalte Tassen
hingen an der Decke.
 
 
                 Schweinstassen an der Decke
 
Alles ist fast unglaublich. Man muss es einfach mal gesehen haben, aber bitte mit Führung.
Dann hat man das absolute High - light Erlebnis. Zum Schluss meiner  Führung durch den
Saustall kann ich noch sagen: Wir haben viel und herzlich gelacht.
 
Ich habe übrigens mitgezählt, es waren genau 45 000 kleinste Ferkel bis zur 1.3 Tonnen
schweren Muttersau.
 
In der Zwischenzeit machte sich der Hunger bei uns breit. Im Schweine Restaurant wurden wir
bereits erwartet. Natürlich gab es was vom Schwein. Jedoch mir war das Schweineessen 
vergangen. Bei soviel Niedlichkeit und Verwandtschaft zu den süßen Schweinchen, hatte ich
keine Lust mehr, sie auch noch zu verspeisen. Ich tat ihnen was Gutes an. Man brachte mir
Käsespätzle zum Essen. Ich muss sagen, ich habe das Schweinefleisch nicht vermisst.
Einen kleinen Einblick in das Dachgeschoss des Museum´s möchte ich euch noch gewähren.
 
 
Schweine,Schweine und nochmals Schweine.
 
Nach der guten Kost im Schlachthof versammelten wir uns zu weiteren Taten.
 
 
     Eingerahmter Wanderführer "Heinz".
 
Den gleichen Weg, den wir zum Schlachthof wanderten, ging´s umgekehrt zurück bis
zur Haltestelle Mineralbad Berg. Dort wechselten wir die Seiten und wanderten
in Richtung "Inselsee", den wir teils umrundeten. Einige Wasservögel bevölkerten
den See und zeigten uns Ihr Flugkünste. Der Wanderweg durch den Rosensteinpark
begann mit einem langgezogenen Anstieg, aber dafür mit einer herrlichen Aussicht
über Stuttgart.
 
 
                                Schloss Rosenstein.
 
Das Schloss liegt auf einer Anhöhe. Vom Rosensteinpark hat man einen guten Einblick
in die Wilhelma. Der Park ist groß und weitläufig und es dauerte eine ganze Weile,
bis wir Ihn durchwandert hatten.
 
 
                          Kurze Verschnaufpause
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
             
             Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal
 
Am Ende lud uns noch ein Selbstbedienungscafé zur Pause ein. Vom Löwentor bis zur
nächsten Strab Haltestelle war es nicht mehr weit. Wir mussten auch nicht mehr lange
auf die Straba warten. Sie brachte uns sicher zum Hauptbahnhof. Jetzt war nur noch
die Heimfahrt dran und nun kann nichts mehr passieren.
 
Pfeifendeckel, falsch gedacht!
AUF BAHNSTEIG 5 STAND UNSER RE SCHON BEREIT UND WIR STIEGEN EIN UND
NAHMEN PLATZ. DA KAM PLÖTZLICH EINE DURCHSAGE, DASS DER RE MIT DEUTLICHER
VERSPÄTUNG ABFÄHRT WIR SOLLEN AUF GLEIS 11 GEHEN, DIESER ZUG WÜRDE
FAHREN. ALSO, ALLES STÜRMTE AUS DEM RE UND RANNTE WIE VON DER TARANTEL
GESTOCHEN ZUM GLEIS 11. DORT ANGEKOMMEN ERGATTERTEN WIR EIN FAHRRADABTEIL,
DAS WIR KOMPLETT BELEGTEN. AUF DEM DISPLAY STAND ABER: "NÄCHSTER HALT
BAD CANNSTATT". ALSO WIEDER RAUS? NEIN; DENN AM ÄUßEREN DISPLAY STAND
RICHTIG: "PFORZHEIM".ALSO ALLES WIEDER REIN. NUN FOLGTE EINE DURCHSAGE,
DASS DER ANDERE ZUG AUF GLEIS 5 DOCH FÄHRT. ALLE SOLLEN DORT EINSTEIGEN.
EINE MENSCHENWALZE BEWEGTE SICH DORTHIN. ZU SPÄT, DENN DER ZUG WAR WEG.
IN DER ZWISCHENZEIT WECHSELTE UNSER DISPLAY AUF GLEIS 11 MEHRFACH DIE
RICHTUNGSANZEIGE: EINMAL WAR "BAD CANNSTATT" DER NÄCHSTE HALTEPUNKT,
DANN WIEDER EINMAL "PFORZHEIM". ES WAR DAS CHAOS. KEINER WUSSTE
BESCHEID, ZUMAL AUCH DIE SERVICELEUTE DER BAHN NICHT MEHR DEN DURCHBLICK
HATTEN: DANN WIEDER EINE DURCHSAGE: "DER ZUG AUF GLEIS 11 HAT NUN
ANSTATT 10 MIN,  30 MIN VERSPÄTUNG". WIR SAßEN DA, MACHTEN UNSER SPÄßE
UND LACHTEN UNS FAST KAPUTT. DAS WAR AUCH GUT SO, DENN VON ZEIT ZU ZEIT
ZEIGTE UNS DAS DISPLAY IM ZUG ALLERLEI ANDERE NÄCHSTE HALTE AN, NUR NICHT
"PFORZHEIM". DER GIPFEL DER DUMMHEIT ÜBERRASCHTE UNS ABER ZUM SCHLUSS.
"BITTE STEIGEN SIE JETZT AUF BAHNSTEIG 11 IN DEN ZUG EIN, ER WIRD IN WENIGEN
MINUTEN AUF BAHNSTEIG 11 EINFAHREN". JETZT HIELT UNS NICHTS MEHR AUF DEN
SITZEN. WIR LACHTEN WAS DAS ZEUG HIELT.
 
DIESES CHAOS ENTSTAND NUR WEIL DER PFEILER DES DACHES VON GLEIS 16
EINGESTÜRZT UND NICHT FÜR DEN BAHNBETRIEB ZUR VERFÜGUNG STAND.
 
DA FRÄGT MAN SICH, WIE DAS DANN MIT NUR 6 GLEISEN FUNKTIONIEREN SOLL.
 

"STUTTGART 21 LÄSST GRÜßEN".

Im Übrigen: Wir sind gut nach Hause gekommen und der RE hielt tatsächlich in Vaihingen Enz,
obwohl auf dem Display stand: "Nächster Halt Pforzheim"!
 
Zum Schluss möchte ich mich bei unserem Wanderführer Heinz, sowie bei Irmela für die echt
schöne Wanderung ganz herzlich bedanken. Die Welt ist so Ernst, lach doch mal wieder.
 
Das Schlusswort möchte ich unserem Altbürgermeister überlassen:
 
Ich habe nicht gewußt, dass man im Albverein so gemütlich wandert,
aber dafür um so mehr was zum Lachen hat.
 
Freie Übersetzung von Eurem Schreiberling
 
Frieder.

PS.: Das versprochene Rezept

"Gaisburger Marsch" für 2 Personen

Brühe:

2       Rinderbeinscheiben a ca. 200 gr

3-4    mittelgroße Kartoffeln festkochend

1       mittelgroße Gelberüben

1/2    mittelgroße Sellerie

1/2    Lauchstange

1/2    Zwiebel mittel

1/2    Teelöffel Salz

         Muskatnuss nach Geschmack

1/2    Bund Petersilie

         Schnittlauch nach Geschmack

10gr Butter

ev. 1/2 Würfel Gemüsebrühe

 

Spätzle: Für 2 Personen

150gr  Mehl

1         Ei (M)

           Salz nach Geschmack

Wie´s gemacht wird erzähle ich euch bei der nächsten Wanderung.